
Christa Naaß mit der Besuchergruppe vor dem Büttnerhaus aus Wipfeld
Christa Naaß, ehemalige Landtagsabgeordnete aus Haundorf kann zwar nicht mehr zu einer Fahrt in den Bayerischen Landtag einladen. „Aber auch der Bezirk Mittelfranken bietet interessante Informationen“, so Christa Naaß bei der Begrüßung ihrer Besuchergruppe aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und dem Raum Ansbach.
Der Tag begann mit einem Besuch des Freilandmuseums in Bad Windsheim. 700 Jahre Zeitgeschichte erwanderten die Gäste von Christa Naaß, u. a. die Königliche Hoheit Annemarie I, Apfelkönigin der Fränkischen Moststraße, an einem herrlichen Herbsttag. Von Dr. Herbert May, dem Leiter der Einrichtung bekamen die Besucherinnen und Besucher einen umfassenden Eindruck über die mittlerweile mehr als 100 Bauwerke, die an ihren ursprünglichen Standorten abgebaut und originalgetreu im 45 ha großen Museumsgelände wieder aufgebaut wurden. Sie besuchten auch das erst zwei Tage zuvor eröffnete Büttnerhaus aus Wipfeld/Unterfranken und erlebten dort das historische Büttnerhandwerk. Das Haus gehört zu den schönsten Fachwerkhäusern des Freilandmuseums.
Am Nachmittag stand der Besuch des Bezirksklinikums Ansbach auf der Tagesordnung. Die Gruppe wurde von Vorstand Helmut Nawratil begrüßt und über die zahlreichen medizinischen Angebote informiert, die ein starkes Netz in verschiedensten Lebenskrisen darstellen. Zum Bezirksklinikum Ansbach gehört auch die Psychiatrische Tagesklinik mit Institutsambulanz in Weißenburg, erfuhren die Gäste.
Auf großes Interesse stieß die Psychiatriedauerausstellung, in der u.a. ein Raum an die Gräueltaten des Dritten Reiches erinnert. Erschüttert nahmen die Besucher zur Kenntnis, dass über 350 Zwangssterilisationen an geistig Behinderten und psychisch Kranken aufgrund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ durchgeführt wurden. Im Rahmen der T4-Aktion deportierte man in den Jahren 1940 und 1941 fast 900 Schutzbefohlene, psychisch Kranke und geistig Behinderte in Tötungsanstalten. Auch Kinder wurden nicht verschont. Besonders alte und gebrechliche Patienten waren die Opfer des sogenannten Hungerkosterlasses, der ab Ende 1942 in den bayerischen Anstalten zum Tode vieler Insassen führte.
Die Gruppe von Christa Naaß gedachte am Mahnmal an die über 2000 Opfer des Nationalsozialismus in der Heil- und Pflegeanstalt Ansbach.
Mit einem Besuch des Bezirksrathauses dem Arbeitsplatz der Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, in dem z.Z. eine Ausstellung des Westmittelfränkischen Künstlerkreises zu sehen ist und Erläuterungen über die Arbeit des Bezirkstages endete ein überaus interessanter Tag.

