
"Manchmal steht auf Speisekarten in Restaurants das Wort ‚selection‘. Wenn ich das lese, zucke ich immer zusammen. Denn ich muss an ‚Selektion‘ im Lager denken. Oder wenn ich das deutsche Wort ‚Halt‘ höre, spüre ich häufig physische Angst. ‚Halt‘ bedeutete in Auschwitz oft, dass Leute angehalten und erschossen wurden." - Tova Friedman
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Tova Friedman hat als Kind Auschwitz-Birkenau überlebt und uns davon im Bundestag bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus berichtet. Ihre Erzählung schmerzt, sie macht zutiefst betroffen und sie hält das so wichtige Erinnern an unsere Geschichte, an die unfassbaren Gräueltaten des Holocaust lebendig. Dieser Schmerz ist wichtig. Er ist essentiell, damit wir unsere Verantwortung nicht vergessen, dafür zu sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.
Nicht nur bei uns in Deutschland ist das wichtig, sondern auch der Blick in andere Länder zeigt, wie wichtig das Erinnern, das Engagement und unser Einsatz gegen Antisemitismus und rechtes Gedankengut sind: Mit Worten hat es damals begonnen, mit Ausgrenzung, mit Wegschauen. Bis heute und heute wieder sehen wir weltweit Parallelen dazu. Sehr besorgt beobachte ich zum Beispiel, was derzeit in den USA geschieht, die Parallelen zu den Anfängen des Dritten Reiches sind sichtbar, sie sind laut und nicht von der Hand zu weisen.
#WeRemember
Die Kampagne #WeRemember des World Jewish Congress setzt sich dafür ein, dass Erinnerung lebendig bleibt und kämpft gegen das Vergessen.
Foto: DBT/ Stella von Saldern

