Hans-Jochen Vogel warnt vor einem Auseinanderbrechen der Europäischen Union
Vor 9 Jahren führte Christa Naaß in ihrer damaligen Funktion als vertriebenenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion den Empfang für Flüchtlinge, Heimatvertriebene und Aussiedler ein.
Diese Tradition wird weitergeführt. Beim diesjährigen Empfang in unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit dem bundesweiten Gedenktag an Flucht und Vertreibung platze der Plenarsaal und die Besuchertribüne des Bayerischen Landtages wieder aus allen Nähten.
Im Mittelpunkt der Begegnung mit vielen Vertretern von Vertriebenenverbänden und –Organisationen stand die Ehrung von „Brückenbauern“ zwischen Deutschland und seinen Nachbarn
Erzbischof Dr. Alfons Nossol, emeritierter Bischof von Oppeln, wurde zum 25. Jahrestag des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages für seine großen Verdienste für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen geehrt. Nossol setzte in seiner Rede auf die Kraft der Versöhnung: „Es gibt aber keine Versöhnung ohne Vergebung“, mahnte er.
Den Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis erhielt der Brünner Oberbürgermeister Petr Vokřál für sein Eintreten für eine gemeinsame Zukunft von Deutschen und Tschechen
Und die Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD) vertreten durch Frau Ute Backo und Tänzerinnen und Tänzer der Volkstanzgruppe, wurde von Christa Naaß, der Generalsekretärin des Sudetendeutschen Rates, für die Bewahrung des Kulturerbes der Siebenbürger Sachsen ausgezeichnet. Die frühere vertriebenenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion lobte deren „vorbildliche Arbeit zur Förderung der kulturellen Vielfalt in Bayern“. Der Jugendverband bewahre die Tradition der Landsmannschaft, erhalte ihr kulturelles Erbe lebendig und pflege die Verbundenheit zur Heimat der Vorfahren, sagte Naaß und gratulierte der Jugendorganisation zu ihrem 30. Geburtstag.
Der frühere SPD-Bundesvorsitzende und Bundesminister Hans-Jochen Vogel hielt ein bemerkenswertes Grußwort: 70 Jahre Frieden in Europa waren nur durch Einheit möglich. Er warnte vor einem Austritt Großbritanniens und einem Zerfall der Europäischen Union. „28 Staaten mit 500 Millionen Einwohnern könnten gemeinsam Einfluss nehmen auf die internationale Politik, einzelne Staaten hingegen hätten es schwer, gehört zu werden“, so Hans-Jochen Vogel. „70 Jahre Frieden in Europa seien nur durch die Überwindung des Nationalismus möglich geworden“.