Christa Naaß, Vizepräsidentin des mittelfränkischen Bezirkstages und Vorstandsmitglied in der LAG Mali unterstützt den Kampf gegen Mädchenbeschneidung in Mali.
Christa Naaß, Vizepräsidentin des mittelfränkischen Bezirkstages und Vorstandsmitglied in der LAG Mali unterstützt den Kampf gegen Mädchenbeschneidung in Mali.
„In Zusammenarbeit mit der malischen Nichtregierungsorganisation AMSOPT setzt die Landesarbeitsgemeinschaft Bayern Entwicklungshilfe Mali e.V. (LAG Mali) ihre Aktionen gegen die „Excision“ in 15 Dörfern der Kreisstadt Dioila, ca 150 km von der Hauptstadt Bamako entfernt, fort“, berichtet Christa Naaß nach der jüngsten Vorstandssitzung.
Das Projekt startet ab April 2014 und integriert neben der bewährten Aufklärungs-Kampagne über die Folgen der Mädchenbeschneidung auch sexuelle Gewalt gegenüber Frauen in die Diskussionsrunden. Teil der bisher erfolgreichen Strategie ist es, einzelnen Frauen, die unter den Folgen der Beschneidung leiden, eine medizinische Behandlung zu ermöglichen. Die LAG Mali übernimmt dafür die Behandlungskosten.
Begleitend zur Kampagne greift das Projekt eine Anfrage der Frauen auf, sie im Gemüseanbau zu unterstützen. Je nach Bedarf erhalten die Frauengruppen in fünf Dörfern verschiedene Materialien wie z.B. Arbeitsgeräte, Saatgut oder Solartrockner, damit sie die Ernährungssituation ihrer Familien verbessern können. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei rund 15.000 €.
Wer sich – wie die LAG Mali – im Rahmen ihrer Hilfsprojekte für bessere Lebensbedingungen der malischen Frauen einsetzt, kann vor der Mädchenbeschneidung und ihren schwerwiegenden Folgen nicht die Augen verschließen.
Für engagierte Malierinnen, wie Kadidia Sidibé von AMSOPT; ist die „Excision“ nicht nur eine Form der weiblichen Genitalverstümmelung - mit verheerenden gesundheitlichen Folgen. Sie verletzt außerdem elementare Rechte der Mädchen und Frauen auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung.
Die Betroffenen leiden oft physisch und psychisch ein Leben lang unter ihren Folgen: Hämorrhagien, die tödlich verlaufen können, wiederkehrende Infektionen, Zysten, Inkontinenz, ein höheres Sterblichkeitsrisiko bei der Geburt für Mutter und Säugling.
Nach den jüngsten Zahlen des malischen Ministeriums für Familie, Frauen und Kinder vom 06.Feb. 2014, sind 85% der Frauen im Alter von 15-49 Jahren und 84% der Mädchen von 0-14 Jahren beschnitten. Trotz dieser starken Verbreitung ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen, der Mut macht. Nach dem Umfrageergebnis aus dem Jahr 2001 lag der Anteil der betroffenen Frauen im Alter von 15-49 Jahren bei rund 92 %.
Seit 2005 unterstützt die LAG Mali die malische Nichtregierungsorganisation AMSOPT bei ihrer Kampagne zur Aufklärung über die Mädchenbeschneidung rund um die Kleinstadt Dioila. Schritt für Schritt wurden die Aktionen auf 15 Dörfer ausgedehnt.
Die Strategie von AMSOPT ist vielschichtig und besteht darin, die Bevölkerung über die gesundheitlichen Risiken und Folgen der Beschneidung zu informieren und sie zu überzeugen, damit aufzuhören. Dabei werden alle sozialen Gruppen eines Dorfes und ihre Repräsentanten einbezogen: Frauen und Männer, Jugendgruppen und der Ältestenrat mit dem Dorfchef, sowie kommunale und religiöse Autoritäten. In Workshops setzt AMSOPT Bildtafeln und Fotos ein, eine Theatergruppe zieht von Dorf zu Dorf. Radiosendungen informieren auch über den Radius der 15 Dörfer hinaus. Ein erfahrener und geschulter Mitarbeiter, den AMSOPT engagiert, fährt regelmäßig in die Dörfer und diskutiert in persönlichen Hausgesprächen mit einzelnen Frauen oder Familien.
Die Beschneidung berührt das sensible und tabuisierte Thema Sexualität und ist Teil der kulturellen Tradition. Demnach gilt eine Frau nur dann als heiratsfähig, wenn sie beschnitten ist. Auch in diesem Bereich gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten und Vorstellungen infrage zu stellen. Der Kampf gegen die Mädchenbeschneidung ist ein langwieriger Prozess. Es braucht einen langen Atem.
Für weitere Projekte bittet Christa Naaß um Spenden auf das Spendenkonto: Raiffeisen-Volksbank Fürth eG
BIC: GENODEF1FUE (ehem. BLZ: 762.604.51)
IBAN: DE85 7626 0451 0000 0590 05 (ehem. Konto Nr.: 59.005)
Homepage Christa Naaß, Bezirkstag