Altlandrat Georg Rosenbauer, Referent Dieter Wieland und Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit MdL Christa Naaß (v. li.)- zum 200. Geburtstag erinnerte der Bayerische Landtag an den Baumeister des Maximilianeums – Christa Naaß und Altlandrat Georg Rosenbauer nahmen an der Veranstaltung teil -
Zum 200. Geburtstag von Friedrich von Bürklein hielt der Journalist und Architekturexperte Dieter Wieland einen Vortrag über den zu Unrecht vergessenen Architekten. Er würdigte dabei Leben und Werk Friedrich Bürkleins und zeigte Ausschnitte aus seiner filmischen Dokumentation über den Baumeister des Maximilianeums. Außerdem wurde die Ausstellung „Die Maximilanstraße und ihr Architekt Friedrich Bürklein“ der Regierung von Oberbayern gezeigt.
Landtagsabgeordnete Christa Naaß erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Friedrich Bürklein aus Westmittelfranken stammt, geboren am 30. März 1813 in Burk bei Dinkelsbühl. Sein Vater war einst Lehrer in Ostheim. Altlandrat Georg Rosenbauer hatte während seiner Tätigkeit als Abgeordneter des Bayerischen Landtages die Initiative ergriffen, einen Raum im Maximilaneum, das heutige „Bürklein-Zimmer“ – ein Nebenzimmer der Landtagsgaststätte – nach dem Architekten zu benennen.
Für die Haundorfer Abgeordnete Christa Naaß und Altlandrat Georg Rosenbauer war es deshalb selbstverständlich, bei dem Festvortrag in München dabei zu sein.
„Bürklein“, so stellte der Journalist Dieter Wieland fest, „hat das Bild Münchens und Bayerns maßgeblich geprägt. „Die Maximilanstraße ist immer noch Münchens erste Adresse“. Mit dem Bau des Münchner Hauptbahnhofes, bei dem erstmals das Eisen in neuartiger Weise Verwendung fand, erwarb er sich die Bewunderung der Fachwelt und das Vertrauen von König Max II. Joseph, erfuhren die Gäste. Er übertrug Bürklein Aufgaben im Rahmen seines Stadtverschönerungsplans, dessen zentrales Element die Maximilanstraße war mit den dortigen Gebäuden der Regierung von Oberbayern und der Neuen Münze. Auch das Rathaus in Fürth und die Bahnhofsbauten in Augsburg, Ansbach, Nördlingen, Würzburg und Nürn-berg stammten z.B. von ihm.
Sein letztes Werk war der den dekorativen Abschluss der Maximilansstraße bildende Prachtbau auf der rechten Seite der Isar – das Maximilianeum, das er aber selbst nicht mehr fertig stellen konnte. „Bei Sanierungen und Erweiterungen“, so Landtagspräsidentin Barbara Stamm „hat der Landtag immer versucht, dem Geist Bürkleins gerecht zu werden – z.B. durch das Bürklein-Rot im Erweiterungsbau Nord oder die terrakotta-nahe Farbgebung der Fassaden“.
Bürkleins Stil polarisierte. Zu Lebzeiten wurde Bürklein in der Fachwelt für seinen Baustil oft kritisiert. Der sensible Bürklein starb 59jährig in der Heilanstalt Werneck in geistiger Umnachtung.