Christa Naaß mit dem OV-Vorsitzenden Ernst WöckerAuf Einladung der Europa-Union kam die Christa Naaß, Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, nach Wassertrüdingen. In ihrer Rede über die Regionalpartnerschaften des Bezirks Mittelfranken ging sie auch auf die gemeinsame Geschichte Deutschlands, Polens und Frankreichs ein. Für Christa Naaß sind vor allem die Kommunalpartnerschaften ein wichtiger Baustein der Einheit Europas.
Ortsvorsitzender Ernst Wöcker hieß die Referentin, die in Wassertrüdingen keine Unbekannte ist, in den Reihen der an Europa Interessierten und aus dem deutsch-französischen Freundeskreis willkommen.
Die Referentin bedauerte, dass die Finanzkrise und die Flüchtlingssituation nicht zu "mehr Europa", sondern zur Stärkung von nationalen Egoismen geführt hat. Die vorhandenen Probleme müssten jedoch gemeinsam gemeistert werden. Sie erinnerte an Glücksmomente wie die Deutsche Einheit vor 25 Jahren und mahnte, nicht wieder in Denk- und Handlungsmuster des "Kalten Krieges" zurückzufallen. Ein europäisches Einwanderungsrecht mit legalen Wegen nach Europa, kann mit dazu beitragen, das Geschäftsmodell der Schlepperbanden zu zerstören; ebenso notwendig ist eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU und die Beseitigung der Fluchtursachen.
Gleichzeitig dankte Christa Naaß den vielen Menschen in Helferkreisen und jenen, die beherzt gegen Hetzer, Populisten oder Rechtsextremisten auftreten.
Sie verwies außerdem darauf, dass der Bezirk Mittelfranken 7 Mio Euro in den Haushalt 2016 für unbegleitete junge Flüchtlinge eingestellt hat - Kosten, die leider in Bayern nicht vom Freistaat übernommen werden, sondern die Bezirke bezahlen müssen. Das sind geschätzte Kosten von 110 Mio Euro. In anderen Ländern werden diese Kosten von den jeweiligen Ländern getragen, kritisiert die SPD-Politikerin.
Für das Engagement in den Kommunalpartnerschaften danke die Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten den Kommunen, Vereinen und Verbänden, die diese tragen, allen voran Wassertrüdingen mit seiner 33jährigen Partnerschaft mit Bellac. Der Bezirk leistet auch hier mittelfrankenweit seinen Beitrag. 200000 Euro fließen in die Partnerschaftsarbeit und vor allem in den Schüler- und Jugendaustausch. Sie erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr der 20. Geburtstag der Partnerschaft Limousin-Mittelfranken begangen wurde und das 15jährige Bestehen der Regionalpartnerschaft mit der Woiwodschaft Pommern gefeiert werden konnte. "Und in diesem Jahr", so die Beauftragte für die triregionale Partnerschaft Limousin-Mittelfranken-Pommern "kann die 15jährige triregionale Partnerschaft begangen werden."