Landtagskandidat Harald Dösel, Bezirkstagskandidtatin Christa Naaß und Bundestagskandidatin Anette PapplerSPD-Kandidaten zu Besuch bei Landwirt Lehner in Meinheim
Mais, Mais und nochmal Mais – wohin das Auge reicht. Den riesigen Maisfeldern kann man vor allem in den ländlichen Regionen kaum noch entgehen. Aber nicht weil wir Deutsche auf den Geschmack gekommen sind und unsere Gerichte mit den leckeren gelben Kolben aufpeppen möchten. Nein, weil immer mehr Landwirte in Deutschland den Mais zur Energiegewinnung nutzen. Denn in Biogasanlagen vergärt der Mais zu Biogas.
Die Idee solcher Biogasanlagen sah aber mal anders aus: Gülle und Mist sollten die Hauptkomponenten jener Anlagen sein, die einen flexiblen Energieträger erzeugen und die Energiewende vorantreiben sollen. Das methanhaltige Gas spielt nämlich eine wichtige Schlüsselrolle in der Energiewende. Anette Pappler, Harald Dösel, Christa Naaß und Norbert Dumler, die SPD-Kandidaten für den Bundestag, Landtag und Bezirkstag, besuchten am vergangen Samstag gemeinsam die Biogasanlage der Familie Lehner in Meinheim – Oberweiler.
Im Einklang mit der Natur
Roland Lehner ist ein Landwirt, der die ursprüngliche Idee der Biogasanlagen beherzigt. Mit seiner Familie ist er seit Februar 2012 Besitzer einer Biogasanlage, die mit 90 Prozent Gülle und Mist gefüttert wird. Mit seiner Frau und seinen drei Töchtern hat er sich einen landwirtschaftlichen Betrieb aufgebaut, auf den der gelernte Maschinenbauer und Landwirt stolz sein kann. „Die Energiewende soll im Einklang mit der Natur erfolgen und das ist hier der Fall.“, betont Anette Pappler und bezieht sich auf die Verwendung von Mist und Gülle bei der Erzeugung von Biogas. „Dies fällt sowieso bei der Tierhaltung an und kann sinnvoll weiterverwendet werden anstatt Mail über viele Kilometer hinweg zu transportieren“, schiebt sie hinterher. „Dabei muss die gesamte Öko-Bilanz beachtet werden, ergänzt Christ Naaß. Lehner kann durch die in der Biogasanlage erzeugte Energie seine umliegenden Nachbarn zudem auch mit Wärme versorgen. Damit nutzt der Landwirt auch die Möglichkeit, eine dezentrale Energieversorgung anzubieten. Damit das alles reibungslos klappt, hat Lehner auf seinem Hof ein perfekt funktionierendes System. Täglich werden bis zu 14 Kubik Mist in die Anlage befördert. Im Schnitt entspricht das am Tag einer Leistung von knapp 180 Kilowattstunden. Seitdem die Anlage im Februar 2013 ans Netz gegangen ist, hat sie knapp eine Million Kilowattstunden produziert.
Produkte regional produzieren
Aber nicht nur mit der vorbildlichen Biogasanlage sondern auch mit seinen besonderen Charolais-Rindern punktet Landwirt Lehner bei seinen Gästen. Die französische Rasse ist für ihr feines und kurzfasriges Fleisch bekannt. Darauf ist Landwirt Roland Lehner auch sichtlich stolz: „Wir mästen unsere Rinder nicht, sie bekommen viel Gras und werden rundum gepflegt“, erzählt Lehner während er mit der rechten Hand das cremefarbige Haarkleid streicht. Das kann Harald Dösel nur unterstützen: „Regional produzieren und vermarkten wird immer wichtiger, anstatt die Produkte durch halb Europa zu karren“, betont der SPD-Landtagskandidat.
Auch Christa Naaß befürwortet eine regionale Vermarktung. „Je mehr Lebensmittelskandale es gibt, desto mehr will man Vorort einkaufen. Außerdem wollen die Menschen doch wissen, wo ihr Braten herkommt“, schlussfolgert die Bezirkstagskandidatin der SPD. „Regional produzieren und vermarkten ist vor allem in unserer Region ein Thema, das immer wichtiger wird. Darum müssen wir die notwendigen politischen Rahmenbedingungen schaffen, erklärt Norbert Dumler und kommt Landwirt Lehner auch gleich entgegen. Denn der Selbstständige weist auf die schwierigen Finanzierungsmöglichkeiten und Unklarheiten in Sachen Energiewende hin. „Die vielen Diskussionen und Richtungswechsel in der Politik machen vor allem die Banken misstrauisch gegenüber Projekten, wie beispielsweise der Biogasanlage.“, erklärt Roland Lehner. „ Die Banken und Kreditgeber haben Angst, dass sich die Anlagen nicht amortisieren. Das hat zur Folge, dass man immer schwieriger Kredite bekommt.“, beklagt der Landwirt. „Wir gehen ein hohes unternehmerisches Risiko ein, um unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten. Es muss also im Sinne der Bürger und der Natur sein, solche Vorhaben zu unterstützen.“ Deshalb sind sich die SPD-Kandidaten einig: Es muss Schluss sein mit zögern, warten und blockieren! Wir brauchen die Energiewende – jetzt! Berechenbar. Planbar. Sicher.