Auf Einladung des Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) besuchte eine Delegation Sozialdemokraten aus dem Landkreis Weißenburg und Gunzenhausen den Hof der Familie Loy im Gunzenhäuser Ortsteil Aha, um sich im Vorfeld der anstehenden Wahlen zu Positionen in der Agrarpolitik auszutauschen.
Michael Loy, der den Hof gemeinsam mit seiner Frau Kerstin bewirtschaftet, stellte zuächst die über 100 jährige Entwicklung des Betriebs vor. Im aktuell noch in der Aufstockungsphase stehenden Roboterstall werden derzeit 56 Kühe gemolken und versorgt. In den beiden “alten Kuhställen” befinden sich die weiblichen Tiere zur Nachzucht. In den letzten Jahrzehnten habe sich der Hof erst 1980, leider noch mit Anbindehaltung, dann erst wieder 2012 mit artgerechter Tierhaltung weiter vergrößern müssen! Zur Familie Loy gehören zwei Kinder und zwei Altenteiler die am Hof leben. Für die gesamten Arbeiten stehen lediglich 1,5 Arbeitskräfte (AK) zur Verfügung. Obwohl 6 Personen im Haushalt leben und versorgt werden, ist der Betrieb Loy in saisonalen Spitzenzeiten auf Lohnunternehmen und Nachbarhilfe angewiesen. Wir sehen uns als typisches Beispiel für die Entwicklung der Landwirtschaft. Für uns extenziell zwingend notwendig war es sich die Arbeit zu vereinfachen! Heißt aber auch vergrößern und weiter zu Investieren, so die Ehefrau. Die sinkende Wirtschaftlichkeit in der Milcherzeugung durch die Marktkonzentration bei Molkereien und dem Handel führe zu einem verstärkten Wachstumsdruck der Betriebe in der Landwirtschaft. Besonders für kleinere Betriebe ist es sehr schwierig ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften, was meist im Generationswechsel zu vielen Hofaufgaben führt.
In einer anschließenden Vesper-Besprechung in ungezwungender Atmosphäre erläuterte Rainer Minnameier (Kreisvorsitzender BDM) sehr anschaulich die Entwicklungszahlen der Landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis. Christa Naaß, Bezirkstagskandidatin und Harald Dösel Landtagskandidat, sowie die für den Bundestag kandidierende Anette Pappler waren über das aufklärende Hindergrundwissen sehr dankbar und teilweise auch betroffen. Unter der Forderung der SPD “Guter Lohn für gute Arbeit” wollen Sie der aktuellen Situation der Milcherzeugerpreise entgegenwirken. Die Milchproduktion müsse sich gezielt nach der Nachfrage in Europa selbst und nicht mehr, nur nach den Exportmöglichkeiten weltweit richten. Das würde auch für die Milchbetriebe gerechtere Entlohnung für ihre Erzeugnisse bedeuten. Profitieren würden hier dann auch Verbraucher und Umwelt, so der Bundesverband. Mit der Produktion nach Bedarf können die Milchbetriebe gerechtere Preise für ihre Erzeugnisse erzielen, die derzeit weit unter den Produktionskosten liegen und von den Landwirschaftsfamilien aufgefangen werden müssen. Die Lobbyistentätigkeit wurde sehr schnell als wenig dienlich erkannt, denn hier werden überwiegend die Interessen der Industrie und nicht die Interessen der Verbraucher und die der Erzeuger berücksichtigt. Der Zehn-Punkte-Plan (BDM) wurde an diesem sonnigen Nachmittag zügig abgearbeitet und auch das Regierungsprogramm der BayernSPD zur Wahl 2013 in Bezug auf die Landwirtschaft konnte überzeugend durch die frischen und sehr freundlichen Kandidaten Anette Pappler (Sozialpädagogin aus Pappenheim) und Harald Dösel (Lehrer in Triesdorf FH aus Weißenburg) erläutert werden. Nicht nur Christa Naaß ist über die Kandidatur der Anfang 40-jährigen jungen Menschen glücklich, auch Sie selbst ging ungefähr in diesem Alter in die Politik und brachte Ihre Dankbarkeit bei der Vorstellung zum Ausdruck. Mit Abschliesenden Worten durch Anette Pappler: “Wenn wir zurecht einen gesetzlichen Mindestlohn fordern, müssen wir auch Sorge tragen, dass unsere heimischen Landwirte gerecht bezahlt werden. Ihr Einsatz für die Ernährung, als Landschaftspfleger oder auch als Erzeuger nachwachsender Rohstoffe und vielen anderen Bereichen ist für uns alle unersetzlich.”, bedankte sich die SPD bei Familie Loy und dem Bundesverband der Milchviehalter für ein offenes Gespräch bei der BDM-Hoftour 2013.