Folgendes Schreiben zur Algenplage an den Seen des Fränkischen Seenlandes hat Christa Naaß dem Bayerischen Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Herrn Brunner bei der Eröffnung der bayerischen Karpfensaison in Dinkelsbühl persönlich übergeben.
Sehr geehrter Herr Staatsminister,
nachdem die Algenplage am Altmühlsee, am Kleinen Brombachsee und am Igelsbachsee im Fränkischen Seenland nach wie vor problematisch ist, möchte ich auch Sie auf diese Situation mit der Bitte um Unterstützung aufmerksam machen
Die bisherigen vom Wasserwirtschaftsamt durchgeführten Maßnahmen reichten nicht aus, um eine dauerhaft akzeptable Wasserqualität des im Eigentum des Freistaat Bayerns befindlichen Sees zu erreiche.
Auch die bisherigen Agrar-Umweltmaßnahmen im Einzugsbereich der Altmühl oberhalb des Altmühlsees erreichten offenbar ebenfalls keine ausreichende Reduzierung der Nährstofffracht.
Dieses verstärkte Algenaufkommen hat natürlich enorme Auswirkungen auf den Tourismus und auf die Nutzung des Sees durch die einheimische Bevölkerung.
Ich möchte in diesem Zusammenhang erinnern, dass die Staatsregierung durch einen Landtagsbeschluss vom 16. Juli 1970 den Auftrag bekommen hat, dafür Sorge zu tragen, dass die Gewässer im Überleitungssystem für die Erholung der Bevölkerung erschlossen werden sollen.
Deshalb hoffe ich, dass neben den bisherigen Maßnahmen auch finanzielle Mittel für technische Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität im Altmühl- und nachfolgend im Brombachsee bereitgestellt werden. Diesbezüglich habe ich mich bereits an Staatsminister Dr. Söder gewandt.
Über die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen hinaus sind jedoch auch Änderungen in der Landnutzung erforderlich. Durch die seit vorletztem Jahr geänderte und beim aktuell wachsendem Anbau von Energiepflanzen nicht mehr attraktive Förderung der Agrarumweltmaßnahmen und dem Wegfall der einzelbetrieblichen Beratung im Einzugsbereich des Altmühlsees ist von einem steigenden Nährstoffeintrag auszugehen, der nur durch ausreichend honorierte Maßnahmen für umweltschonende Bewirtschaftung durch die Landwirte aufgefangen werden kann.
Ich bitte Sie deshalb um Unterstützung in dieser für diese Region im Fränkischen Seenland so wichtigen Angelegenheit. Es bedarf rascher konkreter Lösungsvorschläge, der Bereitstellung notwendiger Mittel seitens des Freistaates Bayern und dauerhafte Gespräche mit allen Beteiligten, um die Probleme des Ökosystems Altmühlsee zu lösen.
Mit freundlichen Grüßen
Christa Naaß, MdL