Bei der Besprechung im DiakoniekaufhausDie beiden SPD-Landtagsabgeordneten Christa Naaß und Christa Steiger besuchen das Diakoniekaufhaus in Weißenburg
Die Haundorfer Landtagsabgeordnete Christa Naaß und ihre Kollegin Christa Steiger aus Kronach, Sprecherin der SPD-Fraktion für Politik für Menschen mit Behinderungen und stv. Vorsitzende des Arbeitskreises für Soziales, Familie und Arbeit, informierten sich bei einem Besuch des erst vor 8 Wochen eröffneten Diakoniekaufhauses über die dortige Personalsituation, die Finanzierung und die Akzeptanz in der Bevölkerung.
„Unsere Arbeit findet nicht nur im Bayerischen Landtag statt“, erklärt Christa Naaß den Anlass ihres Besuches. „Wir gehen ganz bewusst in Einrichtungen und schauen uns dort um und zwar nicht nur im eigenen Stimmkreis, sondern bayernweit. Denn nur im direkten Kontakt mit den Wählern, mit den Be-troffenen und Beteiligten vor Ort erfahren wir, wo der Schuh wirklich drückt.“
Und die Oberfränkin Christa Steiger ergänzt: „Mittelfranken gilt als Leuchtturmprojekt, was den sozialen Bereich anbetrifft. Weil die Bezirke sehr unterschiedlich strukturiert sind, ist es besonders wichtig, sich auch anderswo umzuschauen um Ideen und Anregungen mitzunehmen.“
„Ein Besonderheit des Weißenburger Diakoniekaufhauses ist, dass es ganz wesentlich auch von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen wird.“, betont Martin Ruffertshöfer, Geschäftsführer der Diakonie. „Denn nur mit deren Unterstützung konnten Strukturen aufgebaut werden, in denen Arbeitsgelegenheiten wie z.B. Bürgerarbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen geschaffen wurden mit dem Ziel, diese längerfristig wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen.
Wichtig für die Träger von solchen Maßnahmen ist jedoch eine Planungssicherheit, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war, erfuhren die Abgeordneten. Es wurde bedauert, dass das in Gunzenhausen bewährte Projekt für Langzeitarbeitslose in der Landschaftspflege leider eingestellt werden musste.
„Der Diakonie war es besonders wichtig, dass wir mit dem Diakoniekaufhaus nicht in Konkurrenz zur heimischen Wirtschaft treten, sondern hier in friedlicher Koexistenz leben können. Das scheint uns gelungen zu sein“, so Herr Ruffertshöfer.
Verkauft werden in den Diakoniekaufhäusern ausschließlich Sachspenden aus der Bevölkerung oder von Firmen und Vereinen. Hier kann auch jede und jeder einkaufen. So ist das Angebot niedrigschwellig, eine unnötige Stigmatisierung der dort Einkaufenden wird vermieden.
„Bei uns sind ausdrücklich alle Menschen willkommen“, erklärt die Leiterin Margit Ottmann. „Wir wollen auch ein Ort der Begegnung sein und dort, wo es uns möglich ist, weitere Hilfen anbieten, zum Beispiel den Kontakt zu anderen Hilfsangeboten oder Beratungsstellen. Gerne wird auch die gemütlich gestaltete Bücherecke angenommen“, berichtete sie.
Ob das Ziel, nach 15 Monaten kostendeckend zu arbeiten, erreicht werden kann, ist nach so kurzer Zeit natürlich noch nicht absehbar. Doch allein, um die Kontinuität für Langzeitarbeitslose zu gewährleisten – die Beschäftigung der Bürgerarbeitskräfte zum Beispiel ist auf bis zu drei Jahre angelegt -, ist es wichtig, das Projekt auf Dauer zu sichern, sind sich Martin Ruffertshöfer und Margit Ottmann einig.
Sowohl Christa Naaß als auch Christa Steiger, die von Stadtrat Gerhard Naß und der AsF-Vorsitzenden Elisabeth Pecoraro begleitet wurden, zeigten sich beeindruckt von der Umsetzung des sozialen Anspruchs und der phantasievollen Gestaltung der Räumlichkeiten. „Mit einer Kleiderkammer, wie man sie früher kannte, hat das nichts mehr zu tun“, erklärten sie. „Man fühlt sich tatsächlich wie in einem Kaufhaus, Hier kauft man gerne und gut ein.
Dass daneben auch noch spezielle Angebote für Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Einschrän-kungen geboten sind, ergänzt das, was wir von solchen Einrichtungen erwarten, sehr vorteilhaft.
Das Diakoniekaufhaus ist für uns ein gutes Beispiel für Projekte, von denen letztlich alle Seiten profitieren. Der Besuch heute hat sich in jedem Fall gelohnt.“