Christa Naaß und Kurt Unger besuchten zusammen mit der Wassertrüdinger SPD das Schwarzkopf-Werk.
Die Beschäftigten der Wassertrüdinger Niederlassung der Schwarzkopf & Henkel Production Europe GmbH & Co KG fürchten um einen Teil ihrer Arbeitsplätze. Wenn die Pläne der Geschäftsleitung, die Logistik abzugeben und auch Teile der Produktion zu verlagern, umgesetzt werden, dann bedeutet das 202 Arbeitsplätze im Schwarzkopfwerk Wassertrüdingen weniger, alleine im Logistikbereich 109 Arbeitsplätze und 93 Arbeitsplätze in der Produktion. Eine Verlagerung würde außerdem finanzielle Einbußen für die Mitarbeiter mit sich bringen.
Bei einer Gesamtbeschäftigtenzahl von 534 Stammarbeitnehmern, 100 Arbeitnehmern mit befristeten Verträgen und 120 Leiharbeitern wären 26% der Arbeitnehmer in Wassertrüdingen betroffen. Alarmierende Aussichten, die den Betriebsrat Hilfe suchen lassen, wo sie zu finden ist.
Die Haundorfer Landtagsabgeordnete Christa Naaß suchte daher am vergangenen Montag zusammen mit dem Stellvertretenden Landrat Kurt Unger und den Stadt-ratsmitgliedern Waltraud Billmann, Karl Dorsch sowie dem Ortsvereinsvorsitzenden Michael Baumeister das Gespräch mit dem Betriebsratsvorsitzenden Michael Stafflinger und seinem Stellvertreter Mario Höllebrand.
Grund für die Umstrukturierungen im logistischen Bereich sei zum Einen, dass der aktuell vorhandene Platz schon jetzt nicht ausreiche, um die immer komplexeren Aufgaben weiterhin zu bewältigen, erklärte der Betriebsratsvorsitzende. Außerdem hätte die Geschäftsleitung beschlossen, sich stärker auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren und nicht länger in die Logistik zu investieren.
Man fragt sich von Seiten des Betriebsrates nun, ob nicht auch vorhandene logisti-sche Angebote, die es zum Beispiel ermöglichen, in fast alle europäischen Länder innerhalb von 24 Stunden zu liefern, zu den Kernkompetenzen eines Unternehmens gehören.
Dass zusätzlicher Platz für ein großes Lager benötigt wird, weiß man in Wassertrü-dingen. Aber gerade in diesem Bereich gibt es konkrete und langjährige Angebote der Stadt, die eine betriebliche Erweiterung durchaus ermöglichen.
In der Produktion plant man, bestimmte Produkte zu verlagern. Dann würde in Was-sertrüdingen künftig ausschließlich mit hochmodernen, hochtechnologischen und sehr schnellen Maschinen gearbeitet, die wesentlich weniger Personal benötigen.
Im Bereich Professional Logistik würden überwiegend Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Stellen für ungelernte Arbeitnehmer, sowie zahlreiche Teilzeitarbeitsplätze, die überwiegend Frauenarbeitsplätze sind, wegfal-len.
Ob dadurch auch die Aufträge für die Lebenshilfe betroffen sein werden, will Stellver-tretender Landrat Unger, der auch Vorsitzender der Lebenshilfe ist, in Erfahrung bringen.
„Wir müssen zusammen mit dem Bürgermeister, dem Landrat, dem Wirtschaftsmi-nisterium und dem Landtag alles dafür tun, dass nicht nur möglichst viele Arbeits-plätze erhalten, sondern auch der Standort ausgebaut wird“ erklärt Christa Naaß.
„Da es von Seiten der Gemeinde schon seit langer Zeit erforderliche Flächenange-bote für eine Erweiterung gibt, muss man diese und die Vorteile, die eine Weiterfüh-rung der Logistik im eigenen Haus mit sich bringen, den Verantwortlichen noch ein-mal verstärkt nahe bringen“ sind sich die SPD-Stadträte sicher.
Ein gemeinsamer Termin bei der Geschäftsleitung der Firma Schwarzkopf-Henkel in Düsseldorf mit Vertretern des Stadtrats, des Kreises, der Landes- und Bundesebe-ne, an dem sich die anwesenden SPD-Politiker beteiligen würden, wurde von Christa Naaß angeregt.
„Ich werde mich außerdem persönlich durch ein Schreiben an die Geschäftsleitung und den Aufsichtsrat für den Standort Wassertrüdingen einsetzen und auch das Bayerische Wirtschaftsministerium entsprechend mit einbeziehen.“
„Wir sind dankbar für jede Hilfe, die wir kriegen können“ erklärt Michael Stafflinger. „Und wir werden das Unsere dazu tun, um die Arbeitsplätze in Wassertrüdingen zu erhalten.“