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Gemeinsames Gedenken und Erinnern in Danzig

Veröffentlicht am 04.09.2014 in Allgemein

Christa Naaß und Richard Bartsch legten Blumen am Denkmal der Verteidigung der Küste auf der Westerplatte nieder

Mit dem Überfall auf Polen begann am 01. September 1939 der Zweite Weltkrieg. „Sechs Millionen Menschen kostete dieser Krieg das Leben. Am längsten litt Polen unter der brutalen Besatzungspolitik der Nazis“, erinnerte Bezirkstagsvizepräsidentin Christa Naaß, die zusammen mit Bezirkstagspräsident Bartsch auf Einladung von Marschall Mieczyslaw Struk an den Gedenkfeierlichkeiten in Danzig teilnahm.

Danzig, die Hauptstadt der Partnerregion des Bezirks Mittelfranken, war Schauplatz von zwei geschichtsträchtigen Ereignissen, an die am vergangenen Wochenende erinnert wurde.

Am Sonntag fanden Feierlichkeiten anlässlich der Eröffnung des Europäischen Zentrums der Solidarität zusammen mit dem Präsidenten der Republik Polen Bronislaw Komorowski, der polnischen Kultusministerin Omilanowska und dem ehemaligen Gewerkschaftsführer und Präsidenten Lech Walesa statt. Diese begannen mit einer Blumenlegung vor dem Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter von 1970 und dem Pflanzen einer „Freiheits-Eiche“ auf dem Gelände des ECS. „Das Europäische Zentrum der Solidarität befindet sich an einem für die polnische und europäische Gesichte bedeutsamen Ort, auf dem Gelände der Danziger Werft , wo die Solidarnoc-Bewegung ihren Ursprung hatte“, so Christa Naaß.

Faszinierend das Gebäude, das mit seinen rostfarbigen Innen- und Außenwänden einem Schiffsrumpf, der aus dem Boden ragt, gleicht, bedrückend aber gleichzeitig die Ausstellung, mit der die Geschichte der Entstehung der Solidarnosc nacherzählt wird und viele Exponate aus dieser Zeit gezeigt werden, wie z.B. die von Gewehrkugeln durchlöcherten Türen des Werftspitals, die von Gewehrkugeln durchlöcherte Lederjacke von Ludwik Piernicki, einem der Opfer des Danziger Arbeiteraufstandes vom Dezember 1970, Offsetmatritzen der legendären „Streik-Informationsbroschüre „Solidarnosc“, Poststempel aus der Zeit der Internierungshaft u.v.m.

Für die Vizepräsidentin ist dieses Zentrum nicht nur ein Museum, sondern eine Begegnungsstätte für Menschen, vor allem für Jugendliche, denen die Zukunft Europas am Herzen liegt, die Freiheitsgeschichte besser verstehen wollen, lernen und sich weiterbilden können.

In den Morgenstunden des 01. September, um 4.45 fanden sich Bezirkstagspräsident Bartsch und seine Stellvertreterin Naaß auf der Westerplatte ein, um zusammen mit dem polnischen Premierminister Donald Tusk dem Kriegsbeginn vor 75. Jahren zu gedenken. Beide Bezirkspolitiker legten am 1966 errichteten „Denkmal der Verteidiger der Küste“ ein Blumengesteck nieder. „Nie wieder Krieg“, steht in großen Buchstaben am Fuße des Hügels.

„Was folgte, wissen wir alle“, so die SPD-Politikerin. „6 Jahre Krieg, Naziterror, Tod, Vernichtung, Vertreibung von Millionen von Menschen. Es bedeutete eine mehr als 40jährige Spaltung Europas und tief greifende Verletzungen im Bewusststein der Völker. Vieles ist Geschichte, aber nach wie vor eine belastende Geschichte, die wir uns immer wieder bewusst machen müssen.

„Ohne Willy Brandt und seine Ostpolitik“, so Christa Naaß, „ohne seine Vision von einem friedlichen und freiheitlichen Europa stünden wir nicht hier, wäre eine EU-Osterweiterung nicht möglich gewesen und ohne dem Kampf vieler Menschen für Freiheit, Demokratie und Solidarität könnten wir unsere Partnerschaft mit der Region Pommern nicht auf diese Weise pflegen.

 

 

Homepage Christa Naaß, Bezirkstag

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