Landtagsabgeordnete Christa Naaß, und Bundestagskandidatin Anette Pappler besuchen das St.-Antonius-Kinderheim in Gersdorf
Bezirkstagskandidatin und Landtagsabgeordnete Christa Naaß besuchte zusammen mit der Bundestagskandidatin Anette Pappler die Jugendhilfeeinrichtung, die im Jahr 1927 als Waisenhaus in Gersdorf gegründet wurde, um sich vor Ort über die Situation zu informieren und über eventuelle Probleme und Sorgen zu sprechen.
emotionalen Bereich Hilfe und deren Angehörige Beratung und Unterstützung“, erfuhren die beiden SPD-Frauen von Einrichtungsleiter Christoph Hanke. Rund 45 Prozent der Kinder kommen aus der Region Nürnberg, 10 Prozent aus Eichstätt, 10 Prozent aus Main-Spessart und ca. 10 Prozent aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
40 Kindern und Jugendlichen, verteilt auf fünf Wohngruppen mit je acht Kindern, bietet das St.-Antonius-Kinderheim in Gersdorf bei Nennslingen, derzeit Platz und Obhut. Es besteht die Möglichkeit der stationären Aufnahme in einer der „Heilpädagogischen Gruppen im Haupthaus, in der Außenwohngruppe für Jugendliche in Weißenburg oder im Rahmen eines „Betreuten Wohnens“ in einer eigenen Wohnung
„Nur in Gersdorf gibt es derzeit landkreisweit zwei Plätze zur Inobhutnahme.“, erklärt Einrichtungsleiter Hanke. „Das heißt, bei uns kann nachts um drei das Telefon klingeln und die Polizei bringt ein Kind vorbei, von dem wir oft nicht mehr wissen als den Namen und evtl. die Adresse. Da heißt es erst einmal, jemanden zu finden, der Auskunft geben kann, was eigentlich vorliegt. Warum wurde das Kind gebracht? Wo liegen die Probleme? Wie ist die Vorgeschichte?“
„Trotzdem oder gerade deshalb ist es uns wichtig, diese Plätze anzubieten und die Arbeit mit Herzblut zu machen“, ergänzt Patrick Sedelmeier.
Wie wichtig die Nennslinger Schule als wohnortnahe Schule für die Kinder und Jugendlichen aus Gersdorf ist, hob Landtagsabgeordnete Christa Naaß hervor. „Glücklicherweise klappt die Zusammenarbeit mit der Nennslinger Schule gut“, resümiert Christa Naaß. „Von der Einrichtung, der Schulleitung und den Lehrkräften wird ein hohes Maß an Engagement gefordert, damit die Zusammenarbeit so gut klappt. Das ist an größeren Schulen sicherlich nicht so einfach möglich.“
Schwierig, wie auch in anderen Einrichtungen, stellt sich die Finanzierung dar. Die Tagessätze, die von den zuständigen Stellen pro Kind bezahlt werden, decken bei weitem nicht das ab, was tatsächlich benötigt würde, um das in Gersdorf geleistete Maß an Betreuung zu finanzieren. Das ist langfristig natürlich ein Problem.
Maßgebend für die Finanzierung durch das jeweilige Jugendamt ist der Wohnort der Eltern. Wenn die Eltern oft umziehen, was nicht selten vorkommt, müssen die Erzieher oft lange Fahrzeiten in Kauf nehmen, allein, um erforderliche Elterngespräch führen zu können. „Auch das kostet Zeit und Geld“, weiß Diplom-Pädagogin Anette Pappler aus eigener beruflicher Erfahrung. „Besteht dann auch noch über das achtzehnte Lebensjahr hinaus Betreuungsbedarf, was häufig vorkommt, muss wieder das Jugendamt zustimmen, um eine ambulante Betreuung zu finanzieren“.
Nach dem Gespräch mit der Einrichtungsleitung hatten Anette Pappler und Christa Naaß noch die Möglichkeit zu einem Gedankenaustausch mit Bettina (15) und Angelika (14) aus der Gruppe Ammonit, die viele Fragen vorbereitet hatten. In ihrer Wohngruppe erläuterten sie den Gästen ihren Tagesablauf und Freizeitangebote zusammen mit ihren Mitbewohnerinnen. Und Freizeitmöglichkeiten und vielfältige Naturerlebnisse am Rande des Naturpark Altmühltals gibt es in dem weitläufigen Gelände mit Spielplatz, Fußball- und Allwetterplatz, der Turnhalle mit Kletterwand, dem Skaterplatz in Nennslingen genug.