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Sicherung einer zukunftsfähigen Pflege: 7 Forderungen – 1 Ziel

Veröffentlicht am 09.09.2013 in Allgemein

Anette Pappler, Harald Dösel und Christa Naaß beim Fachgespräch.

„Ohne die Schule geht’s hier nicht!“, lautet die einstimmige Meinung aller Fachleute beim Fachgespräch Pflege am vergangenen Mittwoch in Weißenburg, zu dem der SPD-Kreisvorsitzende und Landtagskandidat Harald Dösel zusammen mit der Bezirkstagskandidatin Christa Naaß, MdL, und der Bundestagskandidatin Anette Pappler geladen hatte.

Grund für das Fachgespräch war eine Postkartenaktion der Arbeiterwohlfahrt, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Caritas und der Diakonie Bayern, unterstützt von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, mit sieben Forderungen an die Politik zur Sicherung einer zukunftsfähigen Pflege.

Und die Schule, die gemeint war, ist die Berufsfachschule für Altenpflege auf der Wülzburg, die, ebenfalls nach Meinung aller, hervorragende Arbeit leistet und ohne die es mit dem Nachwuchs für den Pflegebereich noch schlechter bestellt wäre, als es sowieso schon ist. Denn der Nachwuchsmangel ist es, der ein großes Problem für ambulante und stationäre Einrichtungen darstellt. Und dafür gibt es mehrere Gründe.

Willy Bergdolt, der Leiter des AWO-Pflegeheims Weißenburg dazu:. „Wenn das soziale Image der Pflegeberufe hervorragend, das wirtschaftliche aber katastrophal ist, dann müssen auch wir, die wir in der Pflege tätig sind, uns hinterfragen“. Er forderte mehr Selbstbewusstsein der Pflegenden selbst, um ihre berechtigten Forderungen mit dem nötigen Nachdruck vorzubringen und durchzusetzen. Die Postkartenaktion ist ein Weg.

Die anwesenden Fachleute waren sich einig, dass man der Öffentlichkeit mehr als bisher klar machen, muss, dass die Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften nicht nur für den sozialen Bereich wichtig sind, sondern dass die Sozialwirtschaft auch ein immens wichtiger Wirtschaftsfaktor aber auch Arbeitsplatzfaktor für die Region ist.

Jede Einrichtung ist aber gezwungen, wirtschaftlich zu arbeiten, wie jeder andere Betrieb auch. „Sie befinden sich auf Grund der allgemeinen Kostensteigerungen unter erheblichen Druck im Bemühen, die Qualität der sozialen Arbeit zu sichern, vor allem vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Mangels an Fachkräften in der Eingliederungshilfe und der Pflege und ihr Personal tarifgerecht zu bezahlen“, stellt Agnes Mendl, Vorsitzende des ver.di-Ortsvereins Altmühltal fest. Für diese Pflichtaufgaben braucht es eine solide Finanzausstattung. Aktuell werden zahlreiche Arbeiten wie Behandlungspflege, Büroarbeiten und die umfangreiche Dokumentation nicht gesondert verrechnet, sondern gehen zwangsläufig vom Personalschlüssel ab, also von der Zeit, die direkt für die Pflegebedürftigen zur Ver-fügung stehen sollte.

„Schon, wenn sich das ändern würde“, erklärt Heinz-Rüdiger Kopatschek, Pflegedienstleiter des AWO Wohn-Pflegeheims Heidenheim, „ist uns sehr geholfen. Aber auch dann sind nach wie vor die Aufstiegsmöglichkeiten in der Pflege schlecht. Zusätzliche Anreize, den Beruf zu ergreifen, könnte man dadurch schaffen, dass ein Teil der Altenpflege akademisiert wird, also Fachpflegeausbildungen und Weiterbildungen sich auch finanziell lohnen. Das funktioniert in anderen Berufen ja auch.“

„Das Ergebnis dieses informativen Abends würde ich wie folgt zusammenfassen:“, erklärt Harald Dösel zum Abschluss. „Zur Sicherstellung einer „guten Pflege“ brauchen wir mehr Geld im System, vor allem für ausreichend gut qualifiziertes Personal. Wir brauchen eine Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffs zur Stärkung von ambulanter Versorgung, Prävention und Rehabilitation und eine stärkere Berücksichtung der Bedürfnisse von dementiell erkrankten Menschen und psychisch Kranken.

„Dafür steht die SPD“, so Dösel weiter. „Aber das ist nicht machbar – und das sage ich ganz offen, weil es einfach die Wahrheit ist – ohne die Beiträge für die Pflegeversicherung um 0,5% zu erhöhen. Eine Bürgerversicherung Pflege ist für uns der richtige Weg, weil alle gleichermaßen in die Pflicht genommen werden, so, wie es für eine Solidargemeinschaft, wie wir sie sind, selbstverständlich sein sollte.“

„Die Sozialwirtschaft ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Region.“, ergänzt Anette Pappler. „Das darf man nicht vergessen. Aber Arbeit bekommt nur dann Wert, wenn man ihr selbst Wert beimisst. Auch das muss sich in den Köpfen der Pflegenden aber insgesamt in der Gesellschaft ändern.“ „Gute Pflege bedeutet für die SPD, die Würde und das Selbstbestimmungsrecht der zu pflegenden Menschen zu respektieren, für eine Bürgerversicherung Pflege einzutreten, für eine deutliche Entlastung der pflegenden Angehörigen zu sorgen und eine leistungsgerechte Bezahlung von Pflegekräften und eine gebührenfreie Ausbildung sicherzustellen.“, so Landtagsabgeordnete Christa Naaß. „Gerade für meine künftige Arbeit im Bezirkstag, dem „Sozialparlament“ ist es wichtig, sich regelmäßig mit Fachleute auszutauschen und sich aus der Praxis zu informieren.

Homepage Christa Naaß, Bezirkstag

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