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Bayerische Amazonen

Veröffentlicht am 20.03.2009 in Allgemein

Von links: Die 5 Amazonen Christa Naaß, MdL, Helga Koch, Michaela Karl, Anna Dörrfuß und Monika Wopperer

Autorin Michaela Karl kam anlässlich des Internationalen Frauentags nach Gunzenhausen

Die niederbayerische Autorin Michaela Karl porträtierte in ihrer Lesung im Sanatorium „Lindenhof“ der Arbeiterwohlfahrt drei „starke“ Frauen: Liesl Karlstadt, Carola Neher und Zenzl Mühsam - drei aufrührerische Frauen aus Bayern, die zur Zeit der Jahrhundertwende exemplarisch für viele „Amazonen“ standen und mit Geist, Mut und Persönlichkeit gesellschaftliche Grenzen überschritten haben.

In Ihrer Begrüßung sprach Landtagsabgeordnete Christa Naaß einen großen Dank an Frau Dörrfuß für den liebevoll gestalteten Rahmen dieses Abends aus. Frau Naaß betonte: „Mit Frau Dörrfuß hat der „Lindenhof“ eine Frau an der Spitze, die es geschafft hat, mir ihrem Team besonders anerkennenswerte Leistungen zu erzielen; unter anderem erhält die Einrichtung seit 10 Jahren das AOK-Gütesiegel und wurde als beste von 51 wissenschaftlich untersuchten Mutter-Kind-Kurhäusern und Kliniken bewertet.

Die Abgeordnete führte weiter aus, dass der Frauentag 2009 unter einem besonderen Zeichen steht, denn vor fast 60 Jahren wurde im Grundgesetz die Gleichberechtigung von Männern und Frauen verankert. Besonderes Augenmerk legte sie auf das vor 90 Jahren erlangte Frauenwahlrecht, das erstmals in Bayern am 12. Januar 1919 ausgeübt werden konnte.

Michaela Karl kam auf Einladung der Landtagsabgeordneten Christa Naaß, der AsF-Kreisvorsitzenden Monika Wopperer und der SPD-Unterbezirksvorsitzenden Helga Koch nach Gunzenhausen und glänzte durch ihr ausdrucksstarkes Wesen. Begleitet von Hubert Ramesberger mit Akkordeon, Harmonika und Gesang hat sie die zahlreichen Besucherinnen und Besucher in ihren Bann gezogen.

Zenzl Mühsam, die Frau Erich Mühsams, des revolutionären Dichters und Schriftstellers, beschrieb sie als eine Frau, die immer unbeugsam und mutig blieb und dabei niemals ihre Ideale, die ihr so viel abverlangten, aufgegeben hat. Nach der Ermordung im Konzentrationslager flüchtete sie selbst vor den Nationalsozialisten nach Russland und auch dort bekam sie aufgrund ihrer offenen Kritik Probleme bis hin zur Selbstgefährdung. Nach jahrelanger Haft und Verbannung nach Sibirien durfte sie erst im Jahr 1955, mit 71 Jahren in die DDR ausreisen.

Die berühmte Liesl Karlstadt stellte die Autorin als eine Frau vor, die in der Öffentlichkeit ganz anders wahrgenommen wurde, als sie wirklich war, nämlich eine traurige Komödiantin, Geliebte des Karl Valentin und auch Teil seines Erfolges. „Ihr privates Chaos stärkt nicht gerade ihr Selbstbewusstsein als Frau. Kein Wunder, dass sie die Bühne und das Spiel mit den Geschlechtern nutzt um die Person Liesl Karlstadt hinter ihren Rollen zu verbergen,“ las Michaela Karl aus ihren Buch vor. Erst nach dem Tod Karl Valentins im Februar 1948, der für Liesl ein schwerer Schlag war, hat sie die Chance zu einer neuen, eigenständigen Laufbahn. Wandelbar wir sie war, schlüpfte sie auch in jene Rollen, die nach dem Kriege besonders gefragt waren, nämlich die mütterliche Frau sowie die zupackende Trümmerfrau. Der Rundfunk, aber auch der deutsche Film entdeckte Liesl Karlstadt und sie blieb dabei der Bühne immer treu. So wurde sie zu einer der beliebtesten Volksschauspielerinnen Münchens.

Eine auffallende Schönheit ihrer Zeit war Carola Neher anfangs mehr denn große Schauspielerin. Mit dem Dichter Alfred Henschke alias Klabund führte sie der Weg von München nach Breslau, wo Klabund neue Stücke, auch für Carola, schrieb und sich bald Erfolg zeigte. „Sie wird als Schauspielerin in den 20er Jahren frenetisch gefeiert und ist die perfekte Verkörperung eines neuen unabhängigen Frauentypus, der mit Bubikopf und langen weiten Hosen die Straßen Berlins bevölkert. Sie amüsiert sich jenseits aller Konventionen und Traditionen, ist geistig und finanziell unabhän-gig,“ so die Autorin. 1929. Durch die Nationalsozialisten wurde es für die sozialistische Intellektuelle unmöglich in Deutschland zu bleiben. In Moskau gerät sie in den Strudel der Stalinistischen Säuberungen und wird im Juli 1936 verhaftet, durchläuft insgesamt 5 verschiedene Gefängnisse und stirbt am 26. Juni 1942 auf einem Gefangenentransport an Typhus.

Homepage Christa Naaß, Bezirkstag

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