Bezirkschefin Christa Naaß gibt Preisträger bekannt – Preisverleihung am 14. Juli in Erlangen – Jugendzentrum Weißenburg einer der Preisträger
In Gedenken an den am 15. Juli 1998 verstorbenen Karl-Heinz-Hiersemann, ehemaliger Vorsitzender des SPD-Bezirks Franken und Vizepräsident des Bayerischen Landtages, lobt die MittelfrankenSPD in zweijährigem Rhythmus den Karl-Heinz-Hiersemann-Preis aus.
„Damit wollen wir das gesellschaftliche Engagement junger Menschen würdigen und für ihren Einsatz danken“, so die mittelfränkische Bezirkschefin Christa Naaß.
Die Jury, der u.a. auch der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, Dr. Dietmar Hahlweg und die Ehefrau des Verstorbenen, Alexandra Hiersemann angehören, wählte folgende drei gleichwertige Preisträger und einen
Sonderpreisträger aus den zahlreichen Bewerbungen aus:
Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck
19 Schülerinnen und Schülern des Hersbrucker Paul-Pfinzing-Gymnasiums nahmen an einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft teil, konzipierten dabei 11 Hörstationen zum KZ-Außenlager Hersbruck und dokumentierten dadurch auf ihre Weise die Geschichte des KZ Hersbruck.
Eine intensive Archivarbeit, Experteninterviews und Umfragen waren als Vorarbeiten erforderlich. Besonders bewegend war für die Schülerinnen und Schüler die Begegnung mit den beiden ehemaligen Häftlingen Vittore Bocchette und Ljubisa Letic. In Zusammenarbeit mit dem Studio Franken wurden Hörbeiträge konzipiert und im Laufe des Projektes diese mit visuellen Materialien angereichert.
Im Rahmen der jährlichen Gedenkfeier bekamen die Schüler des Audioguide-Projektes die Möglichkeit, am 10.11.2012 ihr Projekt dem Anlass angemessen und würdig vorzustellen. Die Schülergruppe zeigt damit auch, dass schulisches Lernen und Arbeiten zum Engagement am Lebensort führen kann.
Mittelschule Fürth
Die Schülersprecherinnen und -sprecher der 8 Fürther Mittelschulen, der 5 weiterführenden Schulen und der Berufsschulen führen nach monatelangen Vorbereitungen im April diesen Jahres eine vielbeachtete Schülerkundgebung „Aufstehen gegen Rassismus und Nazihetze“ durch. Über 500 Schülerinnen und Schüler nahmen teil!
Ausgelöst wurde diese Initiative durch Angriffe der Neonazis auf die Fürther Grund- und Mittelschule Pestalozzistraße mit Schmähschriften gegen eine dort unterrichtende Lehrerin. Die Schüler zeigten durch die gemeinsame Veranstaltung nicht nur öffentlichen Protest gegen die Hetze der rechten Szene und der Neonazis,
sondern auch Solidarität mit Betroffenen und Angegriffenen.
Besonders hervorzuheben ist zum einen die schulübergreifende Aktivität, zum anderen die Zivilcourage, trotz mancher Hemmnisse durch die Schulbürokratie (Untersagen von Werbung an den Schulen für die geplante Kundgebung, Verbot als Schulveranstaltung), die Schülerkundgebung trotzdem – nach Unterrichtsschluss - durchzuführen.
Jugendzentrum Weißenburg
Der Freundeskreis Jugendzentrum e.V., vor 35 Jahren gegründet, ist ein gemeinnütziger offener Jugendtreff, der von Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst verwaltet wird. Ein hauptamtlicher Sozialarbeiter unterstützt die Jugendlichen und begleitet die Selbstverwaltung. Neben Freizeitaktivitäten steht aber die Bildungsarbeit zu aktuellen Themen im Vordergrund. Kontinuierlich setzen sich die Jugendlichen in vielfältiger Weise für Menschen – und Tierrechte ein und engagieren sich aktiv gegen Neonazismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Xenophobie und Diskriminierung von Menschen im Allgemeinen.
Politische Kompetenz vermitteln, hat sich das Weißenburger JuZ auf die Fahne geschrieben.
Dies erfolgte z.B. durch Zeitzeugengespräche, durch Autorenlesungen, Filmvorführungen, Vorträge über Antisemitismus, durch ein Aufmucken-gegen-Rechts-Konzert, Aktionen zum Antikriegstag und internationale
Jugendbegegnungen.
Anschläge und Übergriffe von Neonazis sind in Mittelfranken keine Seltenheit. Das musste auch das Jugendzentrum Weißenburg, das u.a. auch wegen seiner
Aktivitäten gegen Rechts ausgezeichnet wird, im vergangenen Jahr erleben.
Sonderpreis der MittelfrankenSPD
Jugendchor Wilhermsdorf
Seit seiner Gründung im Jahr 2006 singen regelmäßig 20-30 Kinder und Jugendliche aus verschiedensten Schularten und Orten im Alter von 10 bis 22 Jahren.
Der Wilhermsdorfer Jugendchor verbindet die Liebe zur Musik mit einem sozialen Aspekt: „Singen für eine bessere Welt“, ist das Motto.
So nahm der Chor im vergangenen Jahr eine CD „Child of Peace“ auf; der durch den Verkauf erzielte komplette Reinerlös kam zwei sozialen Einrichtungen zu Gute,
mit dem Musiktherapie-Projekt der Elterninitiative krebskranker Kinder Erlangen e.V. ein regionales Projekt und ein Straßenkinderprojekt „Escuela popular des artes“ in Chile.
Von Anfang an verstand sich der Chor als Mittler zwischen den Altersstufen. Oft führt der Chor auch gemeinsame Konzerte mit anderen Chören, auch
Erwachsenenchören, durch und übernimmt die musikalische Ausgestaltung von zahlreichen gemeindlichen Veranstaltungen.
“Mit dem Karl-Heinz-Hiersemann-Preis, der erstmals vor 14 Jahren verliehen wurde, würdigen die MittelfrankenSPD und die SPD Erlangen auch im Jahr 2013 wieder die Arbeit von Kindern und Jugendlichen aus Mittelfranken, die sich besonders für eine lebendige Demokratie, gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus eingesetzt haben“, so Christa Naaß. Die Preisverleihung findet am
Sonntag, 14. Juli 2013 um 13.00 Uhr in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen statt.
Diesjähriger Hauptredner wird der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister a.D. sein. Musikalisch wird die
Veranstaltung umrahmt von dem Sonderpreisträger, dem Jugendchor Wilhermsdorf unter Leitung von Kurt Mitländer.