Die Tierkörperbeseitigungsanlage Gunzenhausen leistet durch die unschädliche und sichere Beseitigung von Tierkörpern, tierischen Nebenprodukten (Schlachtabfälle) und Erzeugnissen (Speisereste) einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit von Mensch und Tier. Davon konnte sich die Haundorfer Landtagsabgeordnete Christa Naaß zusammen mit den beiden Stadträtinnen Angela Schmid aus Frickenfelden, Irene Dänzer aus Streudorf sowie der SPD-Unterbezirksvorsitzenden Helga Koch aus Ansbach, dem Mitteleschenbacher Ortsvereinsvorsitzenden Dietmar Lawaczeck und den beiden SPD-Frauen Monika Wopperer und Rita Baumbeck überzeugen.
Nochzweckverbandsvorsitzender Georg Rosenbauer informierte die Gäste darüber, dass der Zweckverband aus 7 Mitgliedern, nämlich den Landkreisen Ansbach, Donau-Ries, Eichstätt, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen sowie den kreisfreien Städten Ansbach und Schwabach besteht.
Von Betriebsleiter Schneider erfuhren sie, dass die Verarbeitungsmenge der Tierkörperbeseitigungsanlage in Gunzenhausen in den letzten Jahren zwischen 25.000 und 30.000 t pro Jahr lag. Einen Anteil von ca. 22% haben die Tierkörper aus den landwirtschaftlichen Betrieben der Verbandsmitglieder, 69% nehmen die bei der Schlachtung als Abfall anfallenden Nebenprodukte ein. Die restlichen 9% entfallen auf Speisereste aus dem gewerblichen Bereich (Gaststätten, Kantinen usw.).
Franz Wokon, zuständiger Mitarbeiter im Landratsamt, erklärte die Einteilung des zur Verarbeitung anstehenden Materials in die Kategorien 1, 2 und 3.
Bautechniker Robert Gun teilte mit, dass derzeit eine Umrüstung durchgeführt wird, die es ermöglichen soll, aus dem im Betrieb erzeugten Produkt Tierfett einen Brennstoff herzustellen, der auch wieder in der TBA als Energieträger eingesetzt werden kann. Einen hohen technischen Standart haben die Biofilteranlage und die erst Anfang des Jahres in Betrieb genommene eigene Membrankläranlage aufzuweisen.
Gerade im Hinblick auf die Sicherheit und den Schutz der Bürgerinnen und Bürger und der Umwelt bei Seuchen hoben Christa Naaß und Dietmar Lawaczeck hervor wie wichtig es ist, dass die TBA in kommunaler Trägerschaft ist. Die Vergangenheit, sei es bei BSE oder der Vogelgrippe, hat gezeigt, dass hier ein regional abgestimmtes und schnelles Handeln möglich war.
Betriebsleiter Werner Schneider wies auf Nachfrage von Helga Koch auf die gute Kooperation mit anderen kommunalen Verbänden, wie dem Zweckverband TBN mit dessen TBA in Walsdorf hin, damit die Versorgungssicherheit auch bei kurzfristigen technischen Problemen gewährleistet ist.
Sorge bereiten Christa Naaß die zunehmenden Privatisierungstendenzen im Freistaat Bayern auch im Bereich der Tierkörperbeseitigung. „Private“, so Christa Naaß „haben ein überwiegendes Interesse an der Gewinnmaximierung, während kommunale Einrichtungen in erster Linie Versorgungssicherheit zu gewährleisten haben und einen Teil ihrer Kapazität für Krisenfälle (Seuche) vorhalten. Außerdem haben die Privaten die Möglichkeit, K3-Material, also Material, dass zur Verfütterung geeignet ist, zu akquirieren und nach der entsprechenden Verarbeitung mit hohem Gewinn zu veräußern.